Blog

Veröffentlicht am 9. November 2015

Wichtiger Nachtrag

Leider habe ich in meinem neuen Buch „Der Weg ins Licht“ einen sehr wichtigen Titel aus dem Jahr 2009 übersehen:

Christof Gestrich, Die Seele des Menschen und die Hoffnung der Christen. Evangelische Eschatologie vor der Erneuerung, Frankfurt/M.: edition chrismon 2009.

Christof Gestrich bringt den Begriff der Seele neu zur Geltung, der seit Jahrzehnten zum Schaden von Theologie und Glauben vernachlässigt wurde. Gestrich unterscheidet die Seele von Körper und Geist und hält sie für die im Menschen lebendige Strebekraft der Übereinstimmung mit sich selbst. Die Seele steht für die Identität der menschlichen Person, die einmalig ist und „sie selbst“ werden soll. Dieser Prozess der Selbstwerdung reicht über den Tod hinaus. Gott arbeitet weiter an der Vollendung der Verstorbenen. Gestrich attestiert der evangelischen Theologie, bei der „Lehre von den letzten Dingen“ auf den falschen Weg geraten zu sein. Seit Moltmanns „Theologie der Hoffnung“ (1964) wurde keine breiter ausgeführte Eschatologie mehr vorgelegt, die einen Paradigmenwechsel vorschlägt.

Ich bin nur froh, dass Gestrichs Position wenigstens in einem kurzen Auszug aus seinem Festschriftbeitrag für Oswald Bayer in meiner Veröffentlichung vertreten ist (S. 199-200): Christof Gestrich, Luther mit Leib und Seele. Impulse für eine christliche Eschatologie, in: Johannes von Lüpke/ Edgar Thaidisgsmann (Hrsg.), Denkraum Katechismus. Festgabe für Oswald Bayer zum 70. Geburtstag, Tübingen: Mohr Siebeck 2009, S. 288-314.

top